Lyrik ist nicht das Schlechteste
Texte, die nicht voraussetzungslos verstehbar sind, sind Lyrik.
Das war nach einer zweistündigen Diskussion die Aussage eines Anhängers des GSP-Verlages, auf die ich nichts mehr erwiderte. Schon das Ressentiment gegenüber der Lyrik – also jenem Umgang mit Begriffen, in dem diese am wenigsten fest sind – lässt erahnen wie erstarrt das Begriffsgebäude dieser Adepten ist. Wenn es keinen Gegenstand der Erkenntnis außerhalb der Geschichte gibt, kann es keinen Text geben der voraussetzungslos verstehbar wäre. Die Binsenweisheit, dass man es lernen muss zwischen den Zeilen zu lesen, enthält eine Wahrheit darüber, dass Begriffe ihre Bedeutung erst in Bezug zu den sich in einem Prozess befindlichen Dingen und in einer je spezifischen Konstellation zueinander bekommen. Als Buchstabenmarxist hat man seine Grammatik zu lernen, alles andere ist Lyrik.

28. September 2010 um 22:03 Uhr
mit solchen ex-antideutschen zu diskutieren ist aber auch sinnlos.
28. September 2010 um 22:11 Uhr
ich glaube meiner ist kein ex-antideutscher.
28. September 2010 um 22:18 Uhr
😀 😀 😀
30. September 2010 um 12:54 Uhr
Huhu,
ich habe deinen Text nicht voraussetzungslos verstanden.
Meine Voraussetzung (u.a.): Wiktionary!
ebd. Da trifft bestimmt das 3. zu, oder?
Also ist dein Text Lyrik 🙂
2. Oktober 2010 um 18:33 Uhr
die scheinen mir ja die heutigen positivisten zu sein, die so zwanghaft versuchen, alles metaphysische, prozesshafte und nicht-konkrete aus dem begriff zu verbannen.
3. Oktober 2010 um 13:30 Uhr
@ kinky: weltanschauung trifft auch ganz gut zu.
@ gram: ich versteh‘ nicht ganz was du mit dem metaphysischen meinst…