Lyrik ist nicht das Schlechteste

Texte, die nicht voraussetzungslos verstehbar sind, sind Lyrik.

Das war nach einer zweistündigen Diskussion die Aussage eines Anhängers des GSP-Verlages, auf die ich nichts mehr erwiderte. Schon das Ressentiment gegenüber der Lyrik – also jenem Umgang mit Begriffen, in dem diese am wenigsten fest sind – lässt erahnen wie erstarrt das Begriffsgebäude dieser Adepten ist. Wenn es keinen Gegenstand der Erkenntnis außerhalb der Geschichte gibt, kann es keinen Text geben der voraussetzungslos verstehbar wäre. Die Binsenweisheit, dass man es lernen muss zwischen den Zeilen zu lesen, enthält eine Wahrheit darüber, dass Begriffe ihre Bedeutung erst in Bezug zu den sich in einem Prozess befindlichen Dingen und in einer je spezifischen Konstellation zueinander bekommen. Als Buchstabenmarxist hat man seine Grammatik zu lernen, alles andere ist Lyrik.

6 Kommentare zu „Lyrik ist nicht das Schlechteste“

  1. bolle sagt:

    mit solchen ex-antideutschen zu diskutieren ist aber auch sinnlos.

  2. Administrator sagt:

    ich glaube meiner ist kein ex-antideutscher.

  3. Kalle sagt:

    😀 😀 😀

  4. kinky sagt:

    Huhu,
    ich habe deinen Text nicht voraussetzungslos verstanden.
    Meine Voraussetzung (u.a.): Wiktionary!

    Adept
    [1] Person, die Wissen in einem Fachgebiet erwirbt: Adept, Lehrling, Schüler
    [2] Philosophie, Religion: Anhänger einer Lehre, Idee, Weltanschauung: Adept, Schüler, Anhänger
    [3] Person, die über geheimes Wissen verfügt: Adept

    ebd. Da trifft bestimmt das 3. zu, oder?
    Also ist dein Text Lyrik 🙂

  5. herr gramschnabel der jüngere sagt:

    die scheinen mir ja die heutigen positivisten zu sein, die so zwanghaft versuchen, alles metaphysische, prozesshafte und nicht-konkrete aus dem begriff zu verbannen.

  6. Administrator sagt:

    @ kinky: weltanschauung trifft auch ganz gut zu.
    @ gram: ich versteh‘ nicht ganz was du mit dem metaphysischen meinst…